Was versteht man unter Computer-Aided Design (CAD) und einem CAD-System?
CAD steht für „Computer-Aided Design“, also einen Konstruktionsprozess am Rechner. Mit CAD erstellt man digitale Modelle von realen Waren und Produkte in 2D oder 3D. Diese zeigen Größe, Form und physikalischen Eigenschaften des Produkts, sodass man das Design am Computer prüfen und optimieren kann, bevor es gebaut wird.
CAD-Software wird von verschiedenen Arten von Ingenieuren und Designern verwendet, um 2D- und 3D-Modelle und Zeichnungen zu erstellen, die eine effiziente Zusammenarbeit, Überprüfung, Simulation und Bearbeitung von Entwürfen ermöglichen.
Die Rolle von CAD in der Produktentwicklung
CAD spielt eine zentrale Rolle in der Produktentwicklung und Fertigung, indem es die Erstellung digitaler Modelle ermöglicht, die die physikalischen Eigenschaften von Produkten darstellen.
Diese Modelle können mit 3D-CAD einfach geteilt, überprüft und bearbeitet werden, was dazu beiträgt, neue, einzigartige Produkte schneller und effizienter auf den Markt zu bringen.
CAD-Software hat traditionelle manuelle Zeichenmethoden ersetzt und bietet Vorteile wie erhöhte Präzision, reduzierte Fehler und verbesserte Zusammenarbeit.
Was sind die wichtigsten Funktionen von CAD-Software?
Alles im Blick
Die Faszination der Arbeit mit CAD-Programmen liegt vor allem in der Visualisierung der geplanten Objekte. So können Sie bereits in der Brainstorming-Phase mit schnell veränderbaren Entwürfen arbeiten. Rendering-Funktionen ermöglichen äußerst realistische Darstellungen. „Versteckte“ Fehler und Herausforderungen werden leicht erkannt. Und: Aus dem 3D-Modell lassen sich mit wenigen Klicks technische Zeichnung ableiten.
Teile-Bibliothek
Ob Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Dichtungen oder Lager – dank des Zugriffs auf eine digitale Bauteilbibliothek können Normteile wie diese problemlos in das Projekt integriert werden. Umgekehrt wird ein Archiv mit individuell angefertigten Teilen angelegt, das für alle zukünftigen Projekte zur Verfügung steht.
Bereit für die Produktion
Moderne CAD-Systeme verfügen häufig über CAM-Funktionen (Computer-Aided Manufacturing). Dadurch kann der Auftrag ohne Verzögerung oder Medienbruch in die Produktion einfließen. Ob mit Dreh-, Fräs- oder Laserwerkzeugen, der von der Software generierte Maschinencode steuert die automatisierten Prozesse.
Weitere CAD-Funktionen sind Eigenschaftsberechnungen auf Knopfdruck, die automatische Erstellung von Stücklisten und eine effizientere Teamarbeit mit einem Datenmanagementsystem. Ständig wiederkehrende Aufgaben und Prozesse in den Bereichen Konstruktion und Fertigung können ebenfalls automatisiert werden.
Automatische Erstellung von Stücklisten
Sobald ein Bauteil bzw. eine Baugruppe erstellt ist, generiert das CAD-System eine detaillierte Stückliste. Dadurch erhält man eine transparente Darstellung aller benötigten Teile für das Produkt, mit weiteren Informationen wie Anzahl, Material, Masse etc. Das erleichtert nicht nur die Planung und Fertigung, sondern bietet auch eine schnelle und präzise Übersicht über die erforderlichen Ressourcen.
ModSim
Viele CAD-Programme bieten heutzutage Konstrukteuren unterschiedliche Simulationsfunktionen. Variantenuntersuchung in der frühen Entwicklungsphase, Ermittlung von Spannungen und Verformungen – das alles trägt zur frühen Fehlererkennung, Verbesserung der Produktleistung und Förderung von Innovationen.
Was sind die Vorteile von CAD?
3D-CAD-Software hat die Art und Weise, wie Designer, Ingenieure und Architekten an ihre Arbeit herangehen, revolutioniert. Sie bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die die Effizienz, Genauigkeit und Kreativität steigern und gleichzeitig den gesamten Design- bis Produktionsprozess rationalisieren.
Sparen Sie Zeit
CAD-Software beschleunigt den Designprozess durch die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, ermöglicht die Zusammenarbeit in Echtzeit und erlaubt die schnelle Prototypenerstellung. Dadurch reduziert sich der Zeitaufwand für Iterationen und die Erstellung physischer Modelle.
Erleichtern Sie die Bearbeitung
Die parametrische Modellierung im CAD stellt sicher, dass Änderungen an einem Teil eines Entwurfs automatisch auf die zugehörigen Komponenten übertragen werden, was die manuelle Nacharbeit reduziert und die Konsistenz des gesamten Entwurfs gewährleistet.
Reduzieren Sie Fehler
Simulations- und Analysewerkzeuge im CAD ermöglichen das virtuelle Testen von Entwürfen, um mögliche Fehler zu erkennen, bevor die Produktion beginnt. Dadurch werden kostspielige Fehler bei der Herstellung oder Konstruktion minimiert.
Vereinfachen Sie das Design
CAD-Software integriert Funktionen wie generatives Design und KI-gesteuerte Empfehlungen, die das Design für bestimmte Anforderungen optimieren, die Komplexität reduzieren und gleichzeitig die Funktionalität verbessern.
Verwenden Sie den Code wieder
Neben der Wiederverwendung von Modellen ermöglicht CAD die Erstellung von Bibliotheken mit Standardkomponenten oder Vorlagen, die für künftige Projekte angepasst werden können, was Zeit und Ressourcen spart.
Verbessern Sie die Genauigkeit
CAD erreicht mit Werkzeugen, die auf Bruchteile eines Millimeters genau arbeiten, eine unvergleichliche Präzision. Dadurch wird sichergestellt, dass die Entwürfe den exakten Spezifikationen entsprechen, was für Branchen wie die Luft- und Raumfahrt und die Automobilindustrie entscheidend ist.
Sparen Sie Kosten
Virtuelles Prototyping reduziert den Bedarf an teuren physischen Prototypen. Außerdem senkt die frühzeitige Erkennung von Konstruktionsfehlern die Produktionskosten, da Materialverschwendung und Nacharbeit vermieden werden.
Verbessern Sie die Visualisierung
3D-Modellierungsfunktionen liefern realistische Renderings und Simulationen, mit denen Designer Konzepte aus verschiedenen Blickwinkeln visualisieren und mögliche Probleme frühzeitig erkennen können.
Verbessern Sie die Zusammenarbeit
Cloud-basierte CAD-Plattformen ermöglichen es Teams, von verschiedenen Standorten aus gleichzeitig an demselben Modell zu arbeiten. Dies verbessert die Kommunikation, reduziert Verzögerungen und stellt sicher, dass jeder mit den aktuellsten Entwürfen arbeitet.
Optimieren Sie Arbeitsabläufe
Die Integration mit CAM-Systemen (Computer-Aided Manufacturing) ermöglicht einen nahtlosen Übergang vom Design zur Produktion. Automatisierte Prozesse wie die CNC-Bearbeitung nutzen CAD-Daten direkt und steigern so die Effizienz.
Nachhaltigkeit
CAD optimiert die Materialverwendung durch die Simulation von Spannungsniveaus und Lastverteilung, was zu nachhaltigeren Konstruktion mit weniger Abfall führt.
Produktanpassung
CAD erleichtert die Massenanpassung, indem es schnelle Anpassungen des Designs an Kundenwünsche oder Markttrends ermöglicht, ohne bei Null anfangen zu müssen.
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
Integrierte Tools helfen Ihnen dabei, sicherzustellen, dass Ihre Entwürfe den Industriestandards und Sicherheitsvorschriften entsprechen, und verringern so die Risiken bei der Einhaltung von Vorschriften während der Produktions- oder Konstruktionsphasen.
Risiken abmildern
Detaillierte Visualisierungen und Simulationen helfen dabei, potenzielle Risiken frühzeitig im Designprozess zu erkennen und Probleme, die während der Herstellung oder Implementierung auftreten könnten, zu mindern.
Wie lässt sich CAD in Ihrem Unternehmen am besten einführen?
Die Einführung bewährter CAD-Verfahren in Ihrem Unternehmen erfordert einen strukturierten Ansatz, um eine reibungslose Implementierung zu gewährleisten, die Effizienz zu maximieren und das System auf die Bedürfnisse und Ziele Ihres Teams abzustimmen.
Beginnen Sie mit der Identifizierung von Aufgaben, die das neue System gut erledigen kann, z. B. sich wiederholende Aufgaben oder Designs, die Varianten einer ähnlichen Struktur sind. Dies wird dazu beitragen, die Zustimmung von Designern, Administratoren und Führungskräften zu gewinnen. Wie ist der Status quo? Und was soll dank neuer Software anders, sprich: besser werden?
Erstellen Sie einen detaillierten Zeit- und Budgetplan für die Umsetzung. Dieser Plan sollte Ziele, Beschreibungen der zu erledigenden Arbeiten, Kosten, Personalressourcen und einen Zeitplan enthalten. Ein Lastenheft sollte zwingend erstellt werden. Bitte beachten Sie: das unternehmenseigene Anforderungsprofil gibt die Software-Lösung vor – nicht umgekehrt!
Aktualisieren Sie die Entwurfsstandards, um 3D-Methoden einzubeziehen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Zeit, die in die Erstellung von Standards für 3D-CAD investiert wurde, im Laufe der Lebensdauer des Systems um ein Vielfaches amortisiert.
Schulen Sie alle Personen, die am Implementierungsprozess beteiligt sind. Dazu gehören Designer, Administratoren und Support-Mitarbeiter. Die Schulung sollte in das Budget und den Zeitplan für die Implementierung aufgenommen werden.
Bevor Sie eine neue CAD-Software einsetzen, sollten Sie Vorlagen für Teile, Baugruppen und Zeichnungen erstellen. Vorlagen bieten einen konsistenten Ausgangspunkt für jede neue Zeichnung und jedes neue Modell und sparen den Konstrukteuren Zeit und Mühe.
Überprüfen Sie die Anforderungen an Ihr neues CAD-System und stellen Sie sicher, dass alle Hardware, Software und Dienste vorhanden sind. Sind die Dateiformate kompatibel mit der Bestandssoftware im Unternehmen (und falls nicht, wie könnte dafür eine Lösung gefunden werden)? Besteht bei der angedachten CAD-Lösung die Möglichkeit der Cloud-Speicherung? Oder braucht es zwingend lokale Server?
Erstellen und verwalten Sie Ihre eigenen CAD-Standards und Richtlinien für Ihre Designprojekte. Dazu gehört die Definition von Zielen, die Recherche von Best Practices, die Erstellung Ihrer eigenen Standards und Richtlinien und deren Implementierung in Ihre CAD-Software und Projekte.
Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig Ihre CAD-Leistung und -Qualität entsprechend Ihren Zielen und Erwartungen.
Empfohlene Software für CAD
Haben Sie Fragen zum Thema CAD Computer-Aided Design?
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Häufig gestellte Fragen zu CAD
In der Produktentwicklung entscheidet sich früh, was ein Produkt später kostet. Studien zur Konstruktionsmethodik beziffern den Anteil auf 60 bis 80 Prozent der Produktkosten, festgelegt in Planung und Konstruktion. Zu diesem Zeitpunkt existiert oft nur ein 3D-Modell. Parallel gilt die Zehnerregel der Fehlerkosten aus dem Qualitätsmanagement. Sie besagt: Mit jeder Wertschöpfungsstufe, in der ein Fehler unentdeckt bleibt, steigen die Behebungskosten um den Faktor zehn. Ein Konstruktionsfehler kostet in der Entwicklung eine Einheit. Beim Kunden kostet er tausend. Genau hier setzt CAD Simulation an. Sie verlagert die Absicherung von Bauteilen und Baugruppen in die Konstruktionsumgebung, lange bevor der erste Prototyp entsteht. Entwicklungsleiter gewinnen damit Entscheidungssicherheit statt Bauchgefühl. Dieser Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen zu simulationsgestütztem Konstruieren, zu Simulationssoftware und zur praktischen Einführung im Team.
CAD Simulation: Die wichtigsten Fragen im Überblick
Was ist CAD Simulation?
CAD Simulation bezeichnet die rechnerische Analyse eines Bauteils oder einer Baugruppe direkt am 3D-Konstruktionsmodell. Die Software berechnet, wie sich das Produkt unter realen Bedingungen verhält. Typische Ergebnisgrößen sind Spannung, Verformung, Temperatur oder Strömungsgeschwindigkeit.
Der entscheidende Unterschied zur klassischen Berechnung liegt im Datenfluss. Die Simulation greift auf dieselbe Geometrie zu, die der Konstrukteur gerade bearbeitet. Ändert sich das Modell, lässt sich die Analyse ohne Datenexport wiederholen. Diese enge Kopplung von CAD und Berechnung macht Simulation zu einem Konstruktionswerkzeug statt zu einem nachgelagerten Prüfschritt.
Wie läuft eine CAD Simulation im Konstruktionsprozess ab?
Eine Simulation folgt immer derselben Abfolge. Zuerst bereiten Sie die Geometrie auf und entfernen Details ohne Einfluss auf das Ergebnis, etwa kleine Verrundungen oder Beschriftungen. Danach weisen Sie dem Modell Werkstoffdaten zu.
Im dritten Schritt definieren Sie die Randbedingungen. Sie legen fest, wo das Bauteil gelagert ist und welche Lasten angreifen. Anschließend vernetzt die Software die Geometrie in finite Elemente. Die Rechnung liefert dann ein Ergebnisfeld, das Sie im Konstruktionsprozess auswerten. Ein Konstrukteur erkennt sofort, ob die maximale Verformung im zulässigen Bereich bleibt.
Der letzte Schritt ist der wichtigste. Sie leiten aus dem Ergebnis eine Konstruktionsänderung ab und rechnen erneut. Simulation entfaltet ihren Nutzen erst in dieser Schleife.
Welche Simulationsarten nutzen Entwicklungsteams?
Vier Disziplinen decken den Großteil der Anwendungsfälle im Maschinenbau und in der Automobilzulieferung ab.
Die Strukturanalyse bewertet Festigkeit und Steifigkeit. Sie beruht auf der Finite-Elemente-Analyse und beantwortet die Frage, ob ein Bauteil hält. Die numerische Strömungsmechanik analysiert Fluide, Druckverluste und Wärmeübertragung. Die thermische Analyse prüft das Verhalten unter Temperatureinfluss, etwa bei Elektronikgehäusen oder Bremsscheiben. Die Mehrkörperdynamik untersucht bewegte Systeme wie Getriebe, Fahrwerke oder Robotergelenke.
Viele Fragestellungen verlangen mehrere Disziplinen gleichzeitig. Multiphysik-Ansätze koppeln zum Beispiel Strömung und Struktur in einer gemeinsamen Rechnung.
Was unterscheidet CAD-integrierte Simulation von Expertenwerkzeugen?
CAD-integrierte Simulation richtet sich an Konstrukteure und Designer. Sie arbeitet in der gewohnten Konstruktionsumgebung und liefert schnelle Antworten auf konkrete Auslegungsfragen. CATIA Analysis ist ein Beispiel dafür. Das Toolkit gehört zur CATIA 3D-Modellierungsumgebung und deckt strukturelle, thermische und fluiddynamische Analysen ab. Für SOLIDWORKS-Anwender übernimmt SOLIDWORKS Simulation diese Rolle.
Expertenwerkzeuge wie Abaqus zielen auf Berechnungsingenieure. Sie beherrschen nichtlineares Materialverhalten, komplexe Kontaktprobleme und große Verformungen. Diese Fälle bildet eine CAD-nahe Lösung nicht ab.
Für die Praxis heißt das: Beide Ebenen ergänzen sich. Der Konstrukteur klärt Varianten und Grundauslegung. Der Berechnungsspezialist sichert kritische Nachweise ab.
Wie prüft man ganze Baugruppen statt einzelner Bauteile?
Baugruppen verhalten sich anders als ihre Einzelteile. Entscheidend sind die Zusammenführungen der Komponenten, also Kontakte, Schraub- und Schweißverbindungen. Erst diese Verbindungen bestimmen, wie sich Lasten im System verteilen.
Moderne Simulationswerkzeuge übernehmen Verbindungsinformationen aus dem CAD-Modell. Sie erzeugen daraus automatisch Kontaktbedingungen. Trotzdem lohnt eine Prüfung: Eine falsch definierte Verbindung verfälscht das gesamte Ergebnis.
Bei variantenreichen Produkten kommt ein zweites Thema hinzu. Sie müssen wissen, welche Konfigurationen Sie überhaupt gerechnet haben. Ein PDM- oder PLM-System verknüpft Simulationsmodell, Geometriestand und Ergebnis. Ohne diese Verknüpfung rechnet ein Team nach wenigen Monaten gegen veraltete Stände.
Welche Rolle spielt CAD Simulation in der Automobilkonstruktion?
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt den Nutzen. Ein Zulieferer entwickelt eine Halterung für ein Aggregat im Motorraum. Die Halterung muss Vibrationen aushalten und soll gleichzeitig leicht sein.
Das Team modelliert einen ersten Entwurf in 3D und rechnet eine Modalanalyse. Die erste Eigenfrequenz liegt zu nah an der Anregungsfrequenz des Motors. Der Konstrukteur verstärkt daraufhin gezielt zwei Rippen und rechnet erneut. Nach drei Schleifen stimmt das Ergebnis, ohne dass ein physisches Bauteil entstanden ist.
Im zweiten Schritt folgt die Optimierung. Ein Werkzeug wie Tosca ermittelt, an welchen Stellen Material tatsächlich Kraft überträgt. Typische Topologieoptimierungen sparen bei gleicher Steifigkeit zweistellige Prozentwerte an Masse. In der Automobilkonstruktion schlägt jedes eingesparte Kilogramm direkt auf Verbrauch und Reichweite durch.
Wie sichern Sie die Qualität Ihrer Berechnungen?
Eine Simulation liefert immer ein Ergebnis. Ob dieses Ergebnis stimmt, entscheidet die Eingabe. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Erstens die Werkstoffdaten. Ein Kennwert aus einem Datenblatt beschreibt selten das Verhalten bei hoher Temperatur oder schneller Belastung. Zweitens die Randbedingungen. Eine ideal starre Einspannung existiert in keiner realen Baugruppe und liefert zu steife Ergebnisse. Drittens die Netzqualität. Verfeinern Sie das Netz an kritischen Stellen und prüfen Sie, ob sich das Ergebnis noch ändert. Bleibt es stabil, ist die Rechnung konvergiert.
Validieren Sie Ihr Modell mindestens einmal am realen Versuch. Danach vertrauen Sie den folgenden Berechnungen auf einer belastbaren Grundlage.
Lassen sich Simulationsprozesse automatisieren?
Ja. Wiederkehrende Rechnungen eignen sich sehr gut für Automatisierung. Halterungen, Träger oder Gehäuse folgen meist demselben Ablauf mit wechselnder Geometrie.
Ein erster Schritt sind Vorlagen. Sie hinterlegen Netzparameter, Werkstoffe, Lasten und Auswertungen einmalig und wenden sie auf neue Bauteile an. Das spart Zeit und vermeidet Eingabefehler.
Weiter geht Isight. Die Software verbindet einzelne Schritte zu durchgängigen Simulationsprozessen. Sie variiert Parameter systematisch, startet Rechnungen im Batch und wertet die Ergebnisse aus. So untersucht ein Team über Nacht hunderte Varianten statt drei.
Welche Software eignet sich für simulationsgestütztes Konstruieren?
Die Auswahl richtet sich nach Ihrem CAD-System, Ihren Fragestellungen und dem Kenntnisstand im Team. Prüfen Sie zuerst die Kompatibilität mit Ihrer bestehenden Konstruktions- und PDM-Landschaft.
Für konstruktionsnahe Analysen eignen sich CATIA Analysis und SOLIDWORKS Simulation. Für anspruchsvolle Nachweise stehen Abaqus, für Strömungssimulationen XFlow und für Mehrkörpersysteme Simpack zur Verfügung. Einen Überblick über das gesamte Portfolio finden Sie auf unserer Seite zur Advanced-Simulation-Software.
Wer Konstruktion und Simulation auf einer Datenbasis zusammenführen will, betrachtet die 3DEXPERIENCE Plattform. Sie verbindet Modellierung, Berechnung und Produktdatenmanagement in einer Umgebung.
Wie steigen Teams in die CAD Simulation ein?
Starten Sie klein und mit einem klaren Anwendungsfall. Wählen Sie ein Bauteil, das Ihr Team regelmäßig auslegt und heute über Erfahrungswerte dimensioniert. Rechnen Sie diesen Fall nach und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Praxis.
Bauen Sie parallel Kompetenz auf. Ein Konstrukteur benötigt kein Vollzeitstudium in Numerik, aber ein solides Verständnis der Grenzen seiner Werkzeuge. Schulungen zu Simulationswerkzeugen zahlen sich hier schnell aus.
Für Spitzenlasten oder Spezialthemen lohnt externe Unterstützung. Unsere Simulation-Services übernehmen komplette Analysen oder begleiten Ihr Team beim Kompetenzaufbau.
Fazit: Simulation gehört an den Anfang der Produktentwicklung
Wer Fehler erst im Prototypen findet, zahlt nach der Zehnerregel ein Vielfaches. CAD Simulation verschiebt die Absicherung dorthin, wo Änderungen noch günstig sind. Sie reduziert die Anzahl physischer Prototypen, verkürzt Entwicklungszyklen und liefert belastbare Argumente für Konstruktionsentscheidungen.
TECHNIA begleitet Entwicklungsteams seit über 30 Jahren bei genau dieser Aufgabe. Wir liefern nicht nur Lizenzen für CATIA Analysis, Abaqus, Tosca oder Simpack. Unsere Ingenieure kennen die Prozesse in Automobilzulieferung, Maschinenbau und Luftfahrt aus eigener Projektarbeit. Wir bewerten gemeinsam mit Ihnen, welche Simulationswerkzeuge zu Ihren Produkten und zu Ihrer bestehenden CAD- und PDM-Umgebung passen. Als zertifizierter Dassault Systèmes Partner verbinden wir Software, Schulung und Beratung zu einem durchgängigen Ansatz. So kommen Sie vom ersten Pilotprojekt zu einem etablierten simulationsgestützten Konstruktionsprozess.
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Quellen
Springer Nature, Kapitel zur Produktentwicklung (Anteil festgelegter Produktkosten in frühen Phasen); DIN 55350-11 sowie Fachliteratur zum Qualitätsmanagement (Zehnerregel der Fehlerkosten); TECHNIA Produktdokumentation zu CATIA Analysis, Abaqus, Tosca, XFlow, Simpack und Isight.
Form, Fit und Function (FFF) beschreibt das Grundprinzip, nach dem Toleranzen in der Konstruktion bewertet werden. Form bezeichnet die geometrische Gestalt eines Bauteils. Fit beschreibt, wie es sich in eine Baugruppe einfügt. Function definiert, welche Aufgabe es im Betrieb erfüllen muss. GD&T übersetzt genau diese drei Kriterien in messbare, normgerechte Vorgaben.
Ein konkretes Beispiel aus dem Automobilzuliefererumfeld: Ein Dichtelement in einem Hydraulikventil muss eine bestimmte Form einhalten, um überhaupt gefertigt werden zu können. Es muss in das Gehäuse passen, ohne zu klemmen oder zu spielen. Und es muss im Betrieb unter wechselndem Druck zuverlässig abdichten. Wer nur ein Nennmaß mit allgemeiner ISO-Toleranz einträgt, beschreibt keines dieser drei Kriterien vollständig. GD&T zwingt den Konstrukteur, alle drei Dimensionen explizit zu adressieren. Das Ergebnis sind Zeichnungen und 3D-Modelle, die die Designabsicht eindeutig kommunizieren, ohne Interpretationsspielraum zu lassen.
Für Entwicklungsleiter bedeutet das einen messbaren Vorteil: Bauteile, deren Toleranzen nach dem FFF-Prinzip mit GD&T spezifiziert sind, verursachen weniger Rückfragen in der Fertigung und weniger Beanstandungen in der Qualitätsprüfung. TECHNIA unterstützt Sie dabei, dieses Prinzip systematisch in Ihre CAD-Umgebung und Ihre Entwicklungsprozesse zu integrieren.
Das Produktdesign wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten durch CAD bereits stark beschleunigt. Heute muss der Eindruck entstehen, dass zuletzt ein wahrer Turbo hinzugeschaltet wurde. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Zum einen verlangen die globalen Herausforderungen wie der Klimawandel zeitnah neue und innovative Lösungen, vor allem in der Energieerzeugung und -versorgung, beim Wohnen und in der Mobilität. Zum anderen hat sich der Endverbraucher daran gewöhnt, in immer kürzeren Abständen neue, bessere Produkte angeboten zu bekommen – sei das das E-Bike oder das Smartphone. Entwickler und Konstrukteure sind auf der Zeitschiene also mehr denn je gefragt. Um die entscheidenden Kriterien Funktionalität und Ästhetik zu verbinden – und eine wirtschaftliche Fertigung zu gewährleisten – werden sie künftig noch stärker vernetzt in Teams arbeiten. CAD ist dafür Ursache und Lösung in einem.
Ungeheure Datenmengen
Eine weitere Herausforderung: CAD-Systeme produzieren eine enorme Menge an Daten. Bei Millionen von Komponenten, Baugruppen und Zeichnungen können Unternehmen schnell den Überblick verlieren. Fatale Fehler sind die mögliche Folge. Gefragt ist also ein intelligentes und sicheres CAD-Datenmanagement.
Produktdaten-Qualität (PDQ)
Die Anforderungen an die Produktdaten-Qualität sind nicht zu unterschätzen. Hier kann ein CAD-Qualitätsprüfprogramm hilfreich sein.
Nein, alle CAD-Modelle werden in ihrem ursprünglichen Datenformat auf der 3DEXPERIENCE Plattform gespeichert. Das bedeutet, Sie können vergangene und zukünftige Konstruktionen ohne Konvertierung verwalten und etablierte Prozesse und Methoden weiterhin nutzen.
Nein, ein Webbrowser und der Zugriff auf die 3DEXPERIENCE-Plattform sind im Allgemeinen ausreichend, um die Daten anzuzeigen und zu analysieren. Die ursprüngliche CAD-Software muss nicht einmal auf Ihrem Computer installiert sein. Das bedeutet, dass alle Benutzer mit den erforderlichen Zugriffsrechten jederzeit und überall in Echtzeit auf die neuesten Daten zugreifen können. Zusätzlich zur Anzeige der 3D-Geometrie im integrierten Multi-CAD-Viewer „3DPlay“ kann der „Product Structure Explorer“ verwendet werden, um Baugruppenstrukturen zu untersuchen, und der „Product Structure Editor“ kann sogar verwendet werden, um diese zu erstellen und zu bearbeiten.
Die 3DEXPERIENCE Multi-CAD-Integration ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar.
Im Wesentlichen benötigen Sie lediglich einen Webbrowser und Zugriff auf die 3DEXPERIENCE-Plattform. Die Apps CATIA 3DCompose und ENOVIA 3DNavigate bieten umfangreiche Funktionen zum Messen, Erstellen von Schnitten, Erstellen von Markierungen und Filtern der Modellanzeige.
Um CAD zu lernen, wird die Teilnahme an Schulungen für spezifische Software wie CATIA, SOLIDWORKS oder NX empfohlen. Diese Kurse bieten strukturierte Lerninhalte und praktische Übungen, um fundiertes Wissen über die Funktionen und Arbeitsabläufe dieser CAD-Programme zu erlangen. Online-Ressourcen wie Tutorials und Schulungsvideos können ebenfalls genutzt werden, um das Verständnis zu vertiefen und die Fähigkeiten weiter zu verbessern.
Bleistift, Lineal und Zeichenbrett sind heute praktisch museumsreif – zumindest aus Sicht der Konstrukteure. CAD-Lösungen haben ihre Arbeit revolutioniert. Was viele nicht wissen: Diese revolutionäre Innovation begann vor über 60 Jahren. Ihre Ursprünge sind primär mit dem Namen Ivan Sutherland verbunden. Anfang der 1960er-Jahre entwickelte der Amerikaner das Programm „Sketchpad“ zum schnellen und einfachen Erstellen von Skizzen im Rahmen seiner Doktorarbeit am renommierten MIT.
Angesichts der großen Bandbreite an Marken, Funktionen, Rollen und Anwendungen variieren die Preise für CAD-Software stark. Im Groben sollten Sie mit mehreren tausend Euro pro Lizenz rechnen. Einige Hersteller bieten jedoch erschwingliche Einstiegsmodelle für Start-ups und Hobbyanwender an. Einige große Anbieter stellen auch Online-Angebote oder Angebote CATIA oder für SOLIDWORKS zur Verfügung.